Fachartikel Temperierung

Das temperierte Haus: Sanierte Architektur – behagliche Räume – „Großvitrine“

Die „Temperierung“ ist eine alternative Methode der Wärme-Verteilung, die das Ziel der Raumbeheizung durch Temperierung der Gebäudehülle erreicht. Dazu werden zwei Heizrohre auf Putz (in Wandkontakt) oder unter Putz (Stärke 15 ± 5 mm) in allen Geschossen an den Außenwandsockeln und je ein Rohr beidseitig der Sockel der Trennwände montiert, die auf erd- bzw. außenluftberührten Böden stehen (Rohrdurchmesser im Regelfall 12 – 18 mm, in Großräumen 22 mm). Durch die kontinuierliche Beheizung der Rohre – in erdberührten Räumen ganzjährig, in anderen Räumen während der Heizperiode – entstehen drei Effekte (Abb. 1):

  • im Bauteil im Rohrnahbereich ein Wärmestau,
  • an der raumseitigen Bauteiloberfläche in der Rohrebene eine eng begrenzte, maximal 10 cm hohe, streifenförmige Zone mit höherer Oberflächentemperatur,
  • von dort ausgehend eine starke Wärmestrahlung in Raumrichtung im Verein mit einem stetigen, minimalen Warmluftauftrieb entlang der Wandfläche.
Autor: 
Henning Großeschmidt

Energetische Gebäudesanierung, Raumbeheizung, Kondensat-/ Schimmelschutz und Trockenlegung durch Einsatz von Sockelheizrohren (Temperieranlage)

Fallbeispiel: Nicht unterkellerter Altbau-Wohnraum

  • ungedämmte Altziegel-Wände, Stärke 40 cm; ungedämmter Boden; Verbundfenster)
  • bisher Ofenheizung
    Das Bild zeigt das Konzept für Raum mit Fensternischen und erhaltenem Altputz. Ziel: Schlitzung nur am Sockel der opaken Bereiche, Brüstungsregister ohne Schlitzung auf Altputz, das dann bündig bei- und fein überputzt wird. Im Beispiel stellte sich heraus, dass der Altputz nicht haltbar war.

Neubau: Massivwände monolithisch (z. B. 30 cm Ziegel, nicht porosiert, Kalksandstein, Beton), Rohrmontage ohne Schlitzung auf Rohwand, Einputzen im Spritzverfahren möglich (Putzstärke 20 – 22 mm, Abziehen über Putzschienen)

Autor: 
Henning Großeschmidt

Energieeinsparverordnung und Massivbauweise

Erreichen des Ziels der energetischen Gebäudesanierung nach § 24, 2 der ENEV (durch „andere als in der VO vorgesehene Maßnahmen“):

  • Kontinuierliche Beheizung der Gebäudehülle („Temperierung“) - Abdichtung der Altfenster – Fensterlüftung
    statt
    Wärmedämmung der Gebäudehülle - Beheizung der Luft der Einzelräume - hermetische Neufenster – Lüftungsanlage

1. „Heizen“ (1.1) / „Temperieren“ (1.2)

1.1 „Heizen“

Autor: 
Henning Großeschmidt

Temperieranlagen

Ergänzende Bilder und Beschaffenheitserklärung: hier herunterladbar

Autor: 
Henning Großeschmidt